AUGENBLICK MAL! 2021 • Das Festival des Theaters für junges Publikum • Vielen Dank für das gemeinsame Festival!
© Adam Wakeling

Fennymore oder wie man Dackel im Salzmantel macht

Ein Antidiktatorentheater von Kirsten Reinhardt & Sebastian Mauksch in Kooperation mit Ballhaus Ost

#Kindertheater
Wann & Wo: So 18.04. 15:00 Uhr, gather.town & Vimeo
Ab Mo 19.04. 09:00 Uhr, Mediathek bis 17.05.21
Altersempfehlung: 9+ (Klasse 4-6)
Dauer: 60 Minuten (ohne Pause)

Was ist das für eine seltsame Stadt, in der es ständig regnet und wir alle einen Regenhut tragen müssen? Und dieser merkwürdige Doktor Uhrengut möchte Bürgermeister auf Lebenszeit werden? Fennymore darf auch mitwählen. Das Publikum auch. Doch vorher durchstreifen alle gemeinsam die Stadt und treffen auf Tante Else in ihrer Kneipe Zum Dackel im Salzmantel, den Sportlehrer Herrn Muckenthaler, das eigensinnige Fahrrad Monbijou und – Moment! – war das da eben etwa der Tod?! Eine interaktive Performance an deren Ende die Bürgermeisterwahl steht – der Ausgang ist abhängig vom Wahlergebnis und entscheidet sich bei jeder Vorstellung aufs Neue.

Als Videostream mit „Klassen-Chat“ könnt ihr auch in der digitalen Version bei der Wahl des Bürgermeisters dabei sein. Im Vorfeld schicken wir euch einen Umschlag mit allem, was ihr braucht, damit ihr auf keinen Fall unbehütet in dieses Abenteuer geratet. (Für alle, die ihre Tickets in letzter Minute nach dem 12. April kaufen, steht dieses Paket leider nur noch in digitaler Form zur Verfügung.)

Frei nach dem Kinderroman Fennymores Reise oder Wie man Dackel im Salzmantel macht von Kirsten Reinhardt. Die Autorin schreibt Kinderbücher, Gedichte, Texte für das Theater und gelegentlich eine Berliner Szene für die taz. Sie lebt in Berlin-Wedding.
Sebastian Mauksch ist freier Regisseur und Dramaturg für Performance-Theater. Er leitete die Jugend-Spielstätten der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, seine Arbeiten mit P14 gastierten auf zahlreichen Festivals. Ab 2008 inszenierte er Uraufführungen im Ballhaus Ost mit Texten von David Lindemann, Helene Hegemann und Anne Tismer. Für die Berliner Festspiele forscht er über die Kunst der Adoleszenz.

Mehr zum Stück findet ihr hier.

Eine Englische Telefondolmetschung aus dem deutschen Festnetz wird für die Vorstellung am 18. April angeboten.

Für dieses Stück geben wir euch folgende Inhaltswarnungen mit:

  • Es wird Manipulation thematisiert.
  • Es gibt abstrakte Darstellungen von Tod.

 

VOTUM

zur analogen Version von
FENNYMORE ODER WIE MAN DACKEL IM SALZMANTEL MACHT
von Grete Pagan

Ein sehr freundlicher Typ verteilt Zeitungshüte gegen den Regen. Das Publikum (im Übrigen als Gruppe durchgängig als „Fennymore“ im Singular angesprochen, als wären wir eins) solle ihm dafür seine Stimme geben. Ein blaues Fahrrad bringt uns in eine andere Welt. Wir treffen Figuren, die mehr oder weniger deutlich mitteilen, was sie von uns wollen. Manche haben Angst, andere brauchen unsere Hilfe, manche scheinen unsere Freunde zu sein. Wir bekommen Eis, manchmal einen Sitzplatz, werden eingeladen zum Feiern oder Entspannen.

Wir werden durch verschiedene Räume der Szenerie geführt und lernen über die Geschichten der Bewohner*innen das Leben in einer fiktiven Kleinstadt kennen. Deren Bürgermeister möchte gerne auf Lebenszeit gewählt werden - und wir scheinen dabei eine nicht ganz unwesentliche Rolle zu spielen.

Mit großer Selbstverständlichkeit wird das Publikum zur Hauptfigur gemacht und damit unabdingbar. Dabei treten die Spieler*innen uns nicht zu nahe: bis zum Ende (der Wahl) werden wir zu keinem konkreten Verhalten aufgefordert. Wir können uns in Ruhe ein Bild machen um am Ende zu entscheiden, was wir für richtig halten.

Mit Leichtigkeit, viel Humor und lustvoller Theatralik schaffen Regisseur Sebastian Mauksch und das Ensemble ein immersives Theatererlebnis für eine Gruppe Menschen, bei dem wir mit großer Eindringlichkeit darauf gestoßen werden, dass Demokratie getan werden muss. Dass es auf jede*n ankommt und dass alle – egal welchen Alters – die Möglichkeit haben die Gesellschaft, in der sie leben, mit zu gestalten.

Diese sehr klare Botschaft wird dabei nicht vor sich hergetragen sondern transportiert sich ganz subtil auf allen Ebenen des Erlebens und Verstehens während der gesamten Vorstellung – damit ist ein Stück Theaterkunst gelungen, das die ihm eigenen Mittel optimal nutzt, um ein großes Anliegen vollkommen non-didaktisch zu vermitteln.

Von und mit: Toni Jessen, Tilla Kratochwil, Mathias Lenz
Text: Kirsten Reinhardt Künstlerische
Leitung: Sebastian Mauksch
Bühne & Kostüm: Caroline Rössle Harper
Sounddesign: Mathias Lenz
Live-Kamera: Josephine Fabian
Live-Chat: Jo Preußler
Licht: Fabian Eichner
Ton: Björn Stegmann
Video: Marius Bratoveanu
Assistenz Ausstattung/Ton/Video: Julian Demuth
Theaterpädagogische Begleitung: Sofie Hüsler
Produktion: Miriam Glöckler
Englische Dolmetschung: Johanna Fitz
Englische Untertitel: VerbaVoice GmbH

In Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Die Wiederaufnahme wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin.