AUGENBLICK MAL! 2021 • Das Festival des Theaters für junges Publikum • Wir wünschen euch ein tolles Festival!
© Fabian Frinzel

Alarm im Streichel​zoo(m)

Schauburg – Theater für junges Publikum der Landeshauptstadt München

#Kindertheater
Wann & Wo: Fr 16.04. 10:00 Uhr, Zoom
Sa 17.04. 13:00 Uhr, Zoom
Altersempfehlung: 8+ (3.-6. Klasse)
Dauer: 90 Minuten (ohne Pause)

Sind die Hamster nicht süß? Wir können sie füttern, streicheln und sie beim Erlernen von Kunststücken anfeuern! Mitten im Theater steht ein großer Käfig. Darin drei plüschige Hamster, die wundersame Tricks beherrschen. Doch was hat es mit der strengen Stimme aus dem Off auf sich? Wer behält hier den Überblick und wer trägt die Verantwortung? Das Ensemble lädt mit dieser Inszenierung das Publikum zu einem lebhaften Spiel um Macht und Verantwortung ein.

Diese Inszenierung lebt durch die Interaktion mit dem Publikum. Deshalb gibt es mehrere digitale Live-Performances, bei denen ihr euch beteiligen oder auch einfach nur zusehen könnt. Eine Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache wird mit angeboten

Ariel Doron ist Puppenspieler aus Israel. Er studierte Film an der Universität Tel Aviv. Er inszeniert Stücke, spielt und performt weltweit auch im Fernsehen und Kino, unter anderem die Figur "Elmo" in der israelischen Sesamstraße. Mit viel Spielfertigkeit zeigt er in seinen Arbeiten soziale und politische Themen auf. Heute lebt und arbeitet er in Deutschland und kooperiert mit Theatern wie der Schauburg in München, dem Theater Junge Generation Dresden oder dem Maxim Gorki Theater Berlin.

Mehr zum Stück findet ihr hier.

Nach dem Stück findet am 16. April ein Nachgespräch statt, das in DGS gedolmetscht wird. Am 17. April gibt es statt des Nachgespräches um 15 Uhr einen Workshop mit den Blick´s Mal Kids.

Für dieses Stück geben wir euch folgende Inhaltswarnungen mit:

  • Es werden Tierquälerei, Verantwortung und Machtfragen thematisiert.

 

VOTUM

zur analogen Version
ALARM IM STREICHELZOO
von Grete Pagan

Drei Hamster in Menschengröße in einem gigantischen Käfig spielen mit Holzwolle und riesigen Bauklötzen. Ein Pfleger lässt sie Kunststücke vorführen, versorgt sie augenscheinlich und stellt sie den umsitzenden Zuschauer*innen vor. Alles ist schön, liebevoll, witzig. Bereits in den ersten Minuten der Aufführung beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Was machen diese Tiere da? Warum sind sie in diesem Käfig? Und warum schaue ich ihnen zu? Wer ist dieser Pfleger und was will er von den Hamstern?

Und richtig: die Hamster werden einer nach dem anderen weggebracht, der Pfleger wird dazu über Lautsprecher aufgefordert. Die Tiere haben sichtlich Angst, zurück kommen sie nicht. Die Schlinge zieht sich weiter zu: der Pfleger wird von den Hamstern außer Gefecht gesetzt, nach seiner Rettung rebelliert er gegen die Stimme aus dem Off, versucht die Hamster zu befreien, dann tritt die betreuende Ärztin auf, die ihm schwere Vorwürfe macht.

Regisseur Ariel Doron und das Ensemble der Schauburg haben eine vielschichtige Aufführung geschaffen, die die Mechanismen von Macht und Manipulation untersucht und dem Publikum bedrängend nah kommt mit der Frage nach der moralischen Verpflichtung des eigenen Handelns. Immer wieder lassen sie Situationen entstehen, in denen sich dem Publikum die Möglichkeit bietet, in das Geschehen einzugreifen. Die Grenzen von Wahrheit, Halbwahrheit und angenommener Wahrheit verschwimmen dabei ständig. Worauf begründe ich meine Wertesystem? Auf welche Informationen, welche Wahrnehmungen verlasse ich mich?

Das Publikum wird hier zum eigentlichen Gegenstand des Experiments. Konsequent und gnadenlos werden die jungen Menschen auf sich selbst zurückgeworfen, die Grenzen zwischen Heraus- und Überforderungen radikal ausgelotet. Ein relevantes, mutiges, theatral und künstlerisch hervorragendes Gesprächsangebot an Kinder und Erwachsene.

Mit: Simone Oswald, Clara Palau y Herrero, Hardy Punzel, Helene Schmitt, Michael Schröder
Inszenierung: Ariel Doron
Ausstattung: Anni-Josephine Enders
Licht und Online-Technik: Jochen Massar
Dramaturgie: Anne Richter
Theaterpädagogik: Till Rölle
Regieassistenz: Jeannine Koda/Katharina Mayrhofer
Ausstattungsassistenz: Fiona von Bose
Regiehospitanz: Jakob Martin
Technische Leitung: Tobias Zohner
DGS Dolmetschung: handgold (Oya Ataman, Anna-Maria Meyer, Mandy Wyrostek)
Englisch Dolmetschung: Irina Bondas, Stefan Schade

Die Ausstattung wurde hergestellt von den Mitarbeiter*innen der SCHAUBURG und in den gemeinsamen Werkstätten mit den Münchner Kammerspielen.