Kuratorium


Steffen Georgi wurde in Markranstädt bei Leipzig geboren. Nach der Schule hat er eine Tischlerlehre absolviert und ist dann diversen Erwerbstätigkeiten nachgegangen, bevor er als Bibliotheksassistent in der Deutschen Bücherei (heute Deutsche Nationalbibliothek) in Leipzig gearbeitet hat. Seit 2001 ist Steffen Georgi freiberuflich als Autor und Kritiker im Bereich Theater, Tanz, Film und Literatur tätig. Er schreibt u.a. für Theater der Zeit und die Leipziger Volkszeitung und ist außerdem Juror für den Leipziger Bewegungskunstpreis.

Eine Inszenierung, die eine eigene Handschrift riskiert, wie krakelig die u.U. auch sein mag, weckt mein Interesse. Wichtig sind mir aber auch eine differenzierende Sicht, der gewisse Grad an künstlerischer Autonomie und Stücke, die statt Meinungen aufzubereiten, Erfahrungen ermöglichen.

Mijke Harmsen ist in Renkum (Niederlande) geboren. Sie war 7 Jahre am HAU Hebbel am Ufer in Berlin tätig und arbeitet derzeit als Dramaturgin am tanzhaus nrw in Düsseldorf, wo sie Gastspiele und Festivals kuratiert und Produktionen für und mit Kindern und Jugendlichen begleitet. Außerdem entwickelt sie unterschiedliche kulturelle Bildungsformate, die Begegnungen in neuen ästhetischen Formaten ermöglichen. Ihr Ziel ist es, experimentelle künstlerische Ansätze mit einem – auch theaterfernen und generationsübergreifenden – Publikum zusammenzubringen.

Künstlerisch herausragend sind Inszenierungen für mich, wenn sie mich und das junge Publikum sowohl mit einer gesellschaftskritischen Haltung, als auch in den ästhetischen Entscheidungen herausfordern. Ich habe den zeitgenössischen Tanz genau im Blick behalten und ein kritisches Auge auf den Umgang mit Zielgruppen geworfen. Am wichtigsten fand ich unsere Diskussionen über das Aushalten von Ambivalenz in der künstlerische Umsetzung von gesellschaftlicher Komplexität.

Anke Meyer hat Literaturwissenschaften studiert, bevor sie eine Reihe eigener Theaterproduktionen realisiert hat und mehrere Jahre am Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst tätig war. Heute arbeitet sie als freie Autorin, Dramaturgin und Kuratorin in Bochum u.a., sowie als Lehrbeauftragte am Studiengang Figurentheater der MH Stuttgart. Dem Redaktionsteam des Magazins für Puppen-, Figuren- und Objekttheater double gehört sie seit dessen Gründung an.

Mein Blick auf das Kinder- und Jugendtheater ist nicht auf ein Theater der Dinge beschränkt. Unabhängig vom Genre interessieren mich Inszenierungen, in denen Relevantes verhandelt und in einer überzeugenden ästhetischen Form spielerisch ergründet wird – vorausgesetzt, dem jungen Publikum wird Interpretationsspielraum gelassen und, in partizipatorischen Projekten, auch Handlungsspielraum.

Christian Schönfelder begann sein Berufsleben als Sportredakteur im Harz. Nach Zivildienst, Weltreise und einer Dramaturgie-Ausbildung an der Spielstatt / adk Ulm arbeitete er am zwinger3 Heidelberg, am Schnawwl Mannheim sowie am Schauspiel des Nationaltheaters Mannheim. Seit 11 Jahren ist er Dramaturg am Jungen Ensemble Stuttgart (JES) und zusammen mit Brigitte Dethier künstlerischer Leiter des internationalen Festivals Schöne Aussicht. Zudem schreibt und entwickelt er gelegentlich Stücke, oft (aber nicht nur) im Zusammenhang mit dem JES.

Ich habe mich an die alten dänischen Kriterien für Qualität im Kinder- und Jugendtheater erinnert: necessity (einer Vorstellung), intensity (der Darstellung) und ability (der KünstlerInnen). Wenn diese Kriterien erfüllt sind und ineinander greifen, spricht schon mal vieles für eine „künstlerisch herausragende Inszenierung“. Gefreut habe ich mich beim Sichten zudem über Künstler*innen, die ihrem jungen Publikum offen und neugierig begegnet sind, die es herausgefordert und berührt haben – und die all die Widersprüche unserer Zeit, die Diversität und Komplexität zumindest nicht ausgeblendet haben.

Dr. Azadeh Sharifi ist promovierte Kultur – und Theaterwissenschaftlerin, Autorin und Aktivistin. Seit Oktober 2016 habilitiert sie sich an der LMU München zu (Post)migrantisches Theater in der deutschen Theatergeschichte – (Dis)Kontinuitäten von Ästhetiken und Narrativen. Sie war zuvor Fellow am Internationalen Forschungskolleg Interweaving Performance Cultures der FU Berlin. Beim Balzan-Preis-Projekt Die Rolle der Freien Theater im zeitgenössischen europäischen Theater: Strukturelle und ästhetische Veränderungen von Prof. Manfred Brauneck und ITI Deutschland war sie als Autorin beteiligt.

Für mich bedeuten künstlerisch herausragende Inszenierungen, dass sie sowohl emotional als auch intellektuell das Publikum berühren. Und mich haben Inszenierungen interessiert, die die Diversität der deutschen Gesellschaft abbilden und dabei eine respektvolle Auseinandersetzung suchen.

Termine


Dienstag 25.4

Mittwoch 26.4

Donnerstag 27.4

Freitag 28.4

Sonnabend 29.4

Sonntag 30.4